Glücksspielmarkt

Der deutsche Glücksspielmarkt gliedert sich in drei große Bereiche:

  • Die Glücksspielangebote des staatlichen Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB),
  • den Glücksspielangeboten der Spielbanken und
  • das gewerbliche Automatenspiel.

Der Markt ist dual geregelt. Während die Angebote des DLTB und der Spielbanken der Kompetenz der Bundesländer unterliegen, ist das gewerbliche Automatenspiel in der Gewerbeordnung geregelt, unterliegt also dem Bund.
Neben diesen drei großen Segmenten finden sich gesondert noch weitere Bereiche wie das Online-Glücksspiel und die Sportwetten.
Mit dem Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (Glücksspielstaatsvertrag 2021 – GlüStV 2021) sind ab dem 1. Juli 2021 insbesondere die bisher unter einem Totalverbot stehenden Glücksspiele im Internet wie virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Onlinecasinospiele erlaubnisfähig. Die Online-Sportwetten haben diese Erlaubnis bereits seit 2020.

Der Bruttospielertrag

In der Wirtschaftswissenschaft werden für die Betrachtung der Leistungsfähigkeit sowie der Marktanteile von Unternehmen häufig die Erlöse (Umsätze) herangezogen. Der Erlös ergibt sich aus der verkauften Menge des Produktes oder der Dienstleistung multipliziert mit dem Verkaufspreis. In der Glücksspielbranche sagen die Spieleinsätze, die beständig als Umsätze bezeichnet werden, jedoch nichts über die tatsächlichen Einnahmen der Glücksspielanbieter aus. Erst in der Kombination mit der Ausschüttungsquote lassen sich relativ verlässliche Angaben zu den Verlusten der Spieler und damit zu den Einnahmen der Anbieter machen. Nimmt man die Summe der Spieleinsätze und zieht die Auszahlungen ab, spricht man vom Bruttospielertrag. Die Glücksspielanbieter finanzieren vom Bruttospielertrag die steuerlichen Abgaben, die laufenden Kosten und alles Weitere. Der beim Anbieter verbleibende Rest ist dann sein Gewinn.

Spieleinsätze – Gewinnauszahlung Bruttospielertrag

Kenngrößen des deutschen Glücksspielmarktes

Anker

Regulierter Glücksspielmarkt

Das Glücksspiel gilt als sogenanntes demeritorisches Gut. Das heißt, der Nutzen des Glücksspiels wird als gering angesehen und die entsprechende Nachfrage sollte gebremst werden. Der lustvollen Unterhaltung durch Glücksspiele standen durch die Jahrhunderte hindurch stets deren schädliche Auswirkungen entgegen. So wird heute das pathologische Glücksspielen als ein Hauptargument für die Notwendigkeit von staatlichen Markteingriffen herangezogen. Unter anderem ist die Durchführung öffentlicher Glücksspiele ohne behördliche Erlaubnis in Deutschland gemäß § 284 Strafgesetzbuch verboten. Der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland zeichnet sich folglich dadurch aus, dass die Anbieter*innen über die geforderten behördlichen Erlaubnisse verfügen. Die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder zählen zum regulierten Markt die folgenden Marktsegmente:

Casinospiele (Großes und Kleines Spiel) in Spielbanken,
Online-Poker und Onlinecasinospiele,
Geldspielgeräte in gewerblichen Spielhallen und Gaststätten,
virtuelle Automatenspiele,
Sportwetten im stationären und im Online-Vertrieb,
Staatliche Lotterien und Sportwetten des Deutschen Lotto- und Totoblocks,
Staatliche Klassenlotterien,
Soziallotterien (Fernseh- und Sportlotterien),
Sparlotterien/Gewinnsparen.
Pferdewetten von Totalisatoren und gewerblichen Buchmacher*innen.

Eine entsprechende Auflistung mit lizensierten Glücksspielanbieter*innen in Deutschland findet sich in der White List der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder. Im Jahr 2019 betrug der Bruttospielertrag des gesamten Glücksspiels in Deutschland rund 16,26 Milliarden Euro. Mit 6,83 Milliarden Euro haben Geldspielgeräte dabei den größten Anteil. Die größten jährlichen Wachstumsraten hat das Wett-Segment mit 16,2 Prozent zu verzeichnen.

Anker

Downloads zum Thema:

Liste der nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2012 erlaubten gewerblichen Spielvermittler

White List

Jahresreport 2020 der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder – eine ökonomische Darstellung (veröffentlicht am 06.12.2021) 

Nicht-regulierter Glücksspielmarkt

Darunter werden die Glücksspielangebote in Deutschland von Glücksspielanbieter*innen ohne Lizenz gefasst und gelten somit in Deutschland als illegales Glücksspiel.
Da es nur vereinzelte Dokumentationen seitens der Anbieter*innen von illegalen Glücksspielen gibt, können die Bruttospielerträge durch die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder nur geschätzt werden. Etwa 1 % der in Deutschland erzielten Bruttospielerträge stammten aus diesem doch erheblichen Markt für nicht-regulierte Glücksspiele. Aus diesem Grund war es ein Ziel des Glücksspielstaatsvertrages, der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen entgegenzuwirken.
Auch die sogenannten Zweitlotterien, vielfach im Internet zu finden, sind illegale Glücksspiele.
Ein Teil der Anbieter im Onlinevertrieb bietet mehrere Segmente gleichzeitig an. So finden sich beispielsweise auf Sportwettseiten auch gleichzeitig illegale Glücksspiele aus den Bereichen Online-Casino und Online-Poker.

Anker


 

Service der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht für Thüringer Kommunen

Die Daten werden seit 1998 alle zwei Jahre vom Arbeitskreis gegen Spielsucht e. V. (Unna) erhoben. Stichtag der aktuellen Untersuchung war der 01.01.2018. Hinweis: Ihr Rechner ist nach Eingabe des Passwortes bis zu dreißig Tagen (von jeweiliger Sicherheitseinstellung des Browsers abhängig) für die Datenbank freigeschaltet. Danach ist eine erneute Passworteingabe nötig.