Glücksspielmarkt

Der deutsche Glücksspielmarkt besteht grundsätzlich aus drei Segmenten: dem staatlichen Lotto- und Totoblock (DLTB) als Gemeinschaft der 16 selbstständigen Lotteriegesellschaften der Bundesländer, dem staatlichen Angebot der Spielbanken und dem Segment des gewerblichen Spiels. Hinzugerechnet werden müssen heute allerdings noch der junge Bereich des Onlineglücksspiels sowie der Bereich der Sport- und Pferdewetten. Das Volumen des Glücksspielmarktes ist relativ groß und für die Anbieter ein attraktives Geschäft. Nachfolgend werden einzelne Kenngrößen und Besonderheiten des Glücksspielmarktes dargestellt.

Bruttospielertrag

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regulierter Glücksspielmarkt

nicht-regulierter Glücksspielmarkt

Datenbank Glücksspielgeräte

Der Bruttospielertrag

In der Wirtschaftswissenschaft werden für die Betrachtung der Leistungsfähigkeit sowie der Marktanteile von Unternehmen häufig die Erlöse (Umsätze) herangezogen. Der Erlös ergibt sich aus der verkauften Menge des Produktes oder der Dienstleistung multipliziert mit dem Verkaufspreis. In der Glücksspielbranche sagen die Spieleinsätze, die beständig als Umsätze bezeichnet werden, jedoch nichts über die tatsächlichen Einnahmen der Glücksspielanbieter aus. Erst in der Kombination mit der Ausschüttungsquote lassen sich relativ verlässliche Angaben zu den Verlusten der Spieler und damit zu den Einnahmen der Anbieter machen. Nimmt man die Summe der Spieleinsätze und zieht die Auszahlungen ab, spricht man vom Bruttospielertrag. Die Glücksspielanbieter finanzieren vom Bruttospielertrag die steuerlichen Abgaben, die laufenden Kosten und alles Weitere. Der beim Anbieter verbleibende Rest ist dann sein Gewinn.

Spieleinsätze – Gewinnauszahlung Bruttospielertrag

Quelle: Gemeinsame Geschäftsstelle Glücksspiel, Wiesbaden

Kenngrößen des deutschen Glücksspielmarktes

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Regulierter Glücksspielmarkt

Das Glücksspiel gilt als sogenanntes demeritorisches Gut. Das heißt, der Nutzen des Glücksspiels wird als gering angesehen und die entsprechende Nachfrage sollte gebremst werden. Der lustvollen Unterhaltung durch Glücksspiele, standen durch die Jahrhunderte hindurch, stets deren schädliche Auswirkungen entgegen. So wird heute das pathologische Glücksspielen als ein Hauptargument für die Notwendigkeit von staatlichen Markteingriffen herangezogen. Unter anderem ist die Durchführung öffentlicher Glücksspiele ohne behördliche Erlaubnis in Deutschland gemäß § 284 Strafgesetzbuch verboten. Der regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland zeichnet sich folglich dadurch aus, dass die Anbieter über die geforderten behördlichen Erlaubnisse verfügen. Die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder zählen zum regulierten Markt die folgenden sieben Marktsegmente:

  • Casinospiele (Großes und Kleines Spiel) in Spielbanken,
  • Geldspielgeräte in gewerblichen Spielhallen und Gaststätten,
  • Staatliche Lotterien und Sportwetten des Deutschen Lotto-Toto-Blocks,
  • Staatliche Klassenlotterien,
  • Soziallotterien (Fernseh- und Sportlotterien) gemäß § 12 Abs. 3 Satz 1 Glücksspielstaatsvertrag,
  • Sparlotterien (Lotterien des Gewinn- und PS-Sparens) und
  • Pferdewetten (Galopp- und Trabrennen) von Totalisatoren und gewerblichen Buchmachern.

Eine entsprechende Auflistung mit lizensierten Glücksspielanbietern in Deutschland findet sich in der White List der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder. Insgesamt lagen im Jahr 2016 die Bruttospielerträge der legalen Glücksspiele auf dem deutschen Glücksspielmarkt bei 10,8 Mrd. Euro. Davon wurde rund die Hälfte im Segment der Geldspielgeräte in gewerblichen Spielhallen und Gaststätten erzielt.

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Downloads zum Thema:

White List der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder

Liste der nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2012 erlaubten gewerblichen Spielvermittler

Jahresreport 2015 der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder

Nicht-regulierter Glücksspielmarkt

Da es nur vereinzelte Dokumentationen seitens der Anbieter von illegalen Glücksspielen gibt, können die Bruttospielerträge durch die Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder nur geschätzt werden. Etwa 18 % der erzielten Bruttospielerträge in Deutschland stammten von diesem doch erheblichen Markt für nicht-regulierte Glücksspiele. Aus diesem Grund ist es ein Ziel des Glücksspielstaatsvertrages, der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen entgegenzuwirken. Die folgenden vier Segmente werden durch die Glücksspielaufsichten dem nicht-regulierten Glücksspielmarkt zugeordnet:

  • Private Sport- und Pferdewetten im stationären und Online-Vertrieb,
  • Online-Casino
  • Online-Poker und
  • Online Zweitlotterien.

Insgesamt werden im Report der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder die Bruttospielerträge in diesen Segmenten auf ca. 2,6 Mrd. Euro geschätzt. Wobei unter anderem das Sportwettsteueraufkommen der Steuerbehörden als Grundlage in die Berechnung mit eingeflossen ist. Ungeachtet der ausstehenden Vergabe der Sportwettlizenzen bietet ein Teil der Anbieter im Onlinevertrieb mehrere Segmente gleichzeitig an. So finden sich beispielsweise auf Sportwettseiten auch gleichzeitig illegale Glücksspiele aus den Bereichen Online-Casino und Online-Poker. Mit Zuwachsraten von 11 % bei den Bruttospielerträgen verfügen die Online-Casinos über einen Marktanteil von 50 % am nicht-regulierten Markt. Die stärksten Zuwächse verzeichnen jedoch mit 22 % die Online-Zweitlotterien. Deren Bruttospielerträge liegen bei 299 Mio. Euro im Jahr 2016. Das sind 11,7 % auf dem behördlich erfassten, illegalen Markt.

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Mehr zum Thema:

Gemeinsame Geschäftsstelle Glücksspiel – Evaluation


 

Service der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht für Thüringer Kommunen

Datenbank Glücksspielgeräte Thüringen (nicht öffentlicher Bereich)

Die Daten werden seit 1998 alle zwei Jahre vom Arbeitskreis gegen Spielsucht e. V. (Unna) erhoben. Stichtag der aktuellen Untersuchung war der 01.01.2018. Hinweis: Ihr Rechner ist nach Eingabe des Passwortes bis zu dreißig Tagen (von jeweiliger Sicherheitseinstellung des Browsers abhängig) für die Datenbank freigeschaltet. Danach ist eine erneute Passworteingabe nötig.