Trennung von „Wanting“ und „Liking“ bei pathologischem Glücksspiel

In der Regel wollen Menschen die Dinge, die sie mögen und sie mögen die Dinge, die sie wollen. Bei einer Sucht ist dies jedoch häufig nicht mehr der Fall. So konnte Forschung zu substanzgebundenen Süchten zeigen, dass Suchtverhalten durch ein nachhaltig gesteigertes Verlangen („Wanting“) nach der Substanz gesteuert wird, wohingegen das Mögen („Liking“) der Substanz kontinuierlich abnimmt. Raucher unterscheiden sich von Nichtrauchern beispielsweise darin, dass sie ein höheres „Wanting“ nicht aber „Liking“ für Nikotin aufweisen. Die geplante Studie an der Universität Jena untersucht erstmalig Unterschiede bezüglich des „Wanting“ und „Liking“ bei Probanden mit Glücksspielsucht im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe. Die Erhebung des „Wanting“ und „Liking“ für glücksspielrelevante Reize (z.B. Jetons, Poker Chips) erfolgt mithilfe zweier PC-basierter Reaktionszeitmessungen, die an der Universität Jena entwickelt wurden. Neben dem Nachweis einer Trennung von „Wanting“ und „Liking“ bei pathologischem Glücksspiel geht es auch um die Frage, ob zukünftiges Glücksspielverhalten durch erhöhtes „Wanting“ zu einem früheren Zeitpunkt vorhergesagt werden kann. Das langfristige Ziel der Forschung ist es, Betroffenen bereits Unterstützungsangebote anbieten zu können, bevor die Spielsucht ausbricht.

Bevor das PC-Experiment in den Laboren der Universität Jena durchgeführt wird, erfolgt eine Messung des Glücksspielverhaltens über einen Online-Fragebogen. Die Probanden erhalten bei Absolvierung sowohl des Online-Fragebogens als auch des PC-Experiments eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro. Wenn die Probanden lediglich das Screeningverfahren absolvieren und nicht zum PC-Experiment eingeladen werden (entsprechend der Ein- und Ausschlusskriterien für die Studie), nehmen diese an der Verlosung für einen Gutschein teil.

Link für die Onlinebefragung:
https://www.soscisurvey.de/gluecksspiel-befragung/

Die Studie wird ausschließlich mit eigenen Mitteln der Universität Jena finanziert. Es besteht keine Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen oder Unternehmen. Alle Angaben der Probanden werden ausschließlich für nicht-kommerzielle Zwecke im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung verwendet.

Kontakt und Leiter der Untersuchung:

Dr. Nicolas Koranyi vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
E-Mail: nicolas.koranyi@uni-jena.de
Telefon: 03641/945118.

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