Die Sucht.Hamburg gGmbH führte im vergangenen Jahr bereits zum sechsten Mal eine Befragung von Schülern und Lehrern zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) durch. Die Ergebnisse wurden im Juli 2016 veröffentlicht. Somit liegen aktuelle Daten zur Verbreitung des Suchtmittelgebrauchs und Suchtverhaltens sowie diesbezüglicher Veränderungen bei Jugendlichen zwischen 14 – 17 Jahren in Hamburg vor. Während sich die Erhebungen in der Vergangenheit auf den Stadtstaat beschränkten, wurden nun erstmals zusätzlich Daten in den grenznahen Regionen von Bayern,Nordrhein-Westfahlen und Sachsen evaluiert.

Insgesamt stellen die Autoren Theo Baumgärtner und Philipp Hiller fest, dass sich das Einstiegsalter Hamburger Jugendlicher in den Konsum von Alkohol und Tabak erhöhte und entsprechender Konsum unter ihnen erfreulicherweise zurückgeht. Dem gegenüber stehen allerdings ein leichter Anstieg bei der Nutzung von Glücksspielangeboten sowie ein deutlicher Anstieg bei der problematischen Nutzung des Internets.

Bezüglich des Glücksspielverhaltens fällt auf, dass es 43,8 % der 14 – 17 Jährigen gelang, einschlägige Erfahrungen zu sammeln. Hierbei stellen Rubbellose die am häufigsten genutzte Spielform dar. Bemer-kenswert ist weiterhin die deutlich verringerte Anzahl an Automatenspieler*innen. Unterdessen stieg jedoch im gleichen Ausmaß die Anzahl der Nutzer*innen von Sportwettangeboten. Vor allem Jungs finden sich unter den Glücksspielern. In etwa jeder sechste männliche Jugendliche spielt mehrmals im Monat, wohingegen lediglich jedes 100. Mädchen
ein solches Konsumverhalten zeigt. Neben geschlechtsspezifischen Unterschieden konnten auch regionale Besonderheiten festgestellt werden. So finden sich zum Beispiel in Sachsen deutlich weniger regelmäßige Glücksspieler als in Nordrhein-Westfahlen.

Laut Baumgärtner / Hiller ist die systematische Erfassung lokaler Daten eine notwendige Ergänzung der bundesweiten Repräsentativerhebungen. Die Qualität einschlägiger Maßnahmen auf kommunaler Ebene kann nur durch die Beachtung bestehender regionaler Besonderheiten gesichert werden. Diese Studie fand Unterstützung und Förderung durch die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sowie durch das SuchtPräventionsZentrum des Landesinstitutes für Lehrerbildung. Der Abschlussbericht ist unter folgendem Link zu finden: http://www.sucht-hamburg.de/uploads/docs/745.pdf

Forschung, Studie