Dr. Ingo Fiedler und Kollegen der Universität Hamburg veröffentlichten mit dem Stand vom 29. August 2018 einen Zwischenbericht zur Studie über „Regulierungsoptionen für den deutschen Onlineglücksspielmarkt“. Insgesamt neun Bundesländer, darunter auch der Freistaat Thüringen, förderten diese wissenschaftliche Untersuchung.

Die bevorstehende Erneuerung des Glücksspielstaatsvertrages wird von einer Debatte um die zukünftige Regulierung dieses bisher illegalen Marktsegmentes begleitet. Von der Studie verspricht man sich mittels differenzierter Analyse der bestehenden Rechtsvorschriften, deren Ausgestaltung und deren komplexer sozioökonomischer Folgewirkungen in insgesamt sieben europäischen Nachbarländern, wertvolle Impulse für die deutsche Debatte.

Der Zwischenbericht zeigt die Unterschiede von liberalen und restriktiven Regulierungsmodellen auf. Eine wesentliche Kernaussage ist dabei, dass es grundsätzlich und in erster Linie um eine effektive Rechtsdurchsetzung geht. Ausschließlich mit einem schlagkräftigen Vollzug ist es möglich Spielerschutzmaßnahmen umzusetzen und die unerwünschten Auswüchse dieses Marktes einzudämmen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint es den Autoren fast nachrangig, ob in Deutschland ein restriktives Regulierungsmodell bestehen bleibt oder ein liberales Lizenzsystem für private Anbieter etabliert wird.

Die Aktualität der politischen Debatte und die Bitte der finanzierenden Bundesländer gab den Ausschlag für die Veröffentlichung des Zwischenberichtes. So weisen die Autoren selbst auf verschiedene inhaltliche Lücken hin. Die Endfassung des Berichts zur Studie wird voraussichtlich im Dezember 2019 vorgelegt. 

Quelle: Fiedler, I. et al. (2018): Regulierungsoptionen für den deutschen Onlineglücksspielmarkt, Zwischenbericht

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