Nachdem sich Bastian Schweinsteiger im Oktober 2018 auf eine Werbekampagne mit einem Lobbyverein der Geldspielautomatenindustrie eingelassen hat, gab es zu der Aktion eine ganze Reihe negativer Äußerungen aus den Reihen der Suchthilfe und Suchtprävention. Aktuell veröffentlichte der Blaues Kreuz in Deutschland e.V. eine Pressemitteilung, in der sich dessen Bundessekretär, Jürgen Nauendorf, als Schweinsteiger-Fan und gleichzeitig auch als Kritiker äußert. Völlig zurecht weist er auf die Vielzahl der von Glücksspielsucht Betroffenen hin, beschreibt das Gefahrenpotential der Automatenspiele und zeigt auf die mangelhaften Bemühungen der Anbieter für einen ausreichenden Spielerschutz zu sorgen. Ob Schweinsteiger durch die Pressemitteilung tatsächlich an der Ehre gepackt wird, sei einmal dahingestellt. Wichtig ist das Statement dennoch. Mit dem Blauen Kreuz zeigte nun auch ein bundesweit agierender Selbsthilfeverband, dass die Anbieter von Geldgewinnspielgeräten mit der sogenannten „Aufklärungskampagne“ lediglich ihr desolates Image aufpolieren wollen und dass Idole des Sports eine gesellschaftliche Verantwortung tragen.

Da es suchtpräventiven Aktionen zumeist schwerfällt, den Stil, die Kreativität und die Lockerheit von millionenschweren Werbekampagnen zu erreichen, ist aus unserer Sicht besonders erfreulich, dass die besagte „Aufklärungskampagne“ in den vergangenen Wochen auch unterhaltsamen Anklang in den öffentlich-rechtlichen Medien fand. So widmete sich extra 3 vom Norddeutschen Rundfunk und das NEO MAGAZIN ROYAL von ZDFneo diesem Thema. Danke dafür!

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