Mit dem Stand vom 26.11.2018 erschien zum vierten Mal der Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder. Damit liegt jetzt eine Darstellung des deutschen Glücksspielmarktes für das Jahr 2017 vor. Die Analyse erfolgte auf der Grundlage des Konzeptes zur Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages.

Gemessen an den Bruttospielerträgen verfügt der deutsche Glücksspielmarkt insgesamt über ein Volumen von 14,1 Milliarden Euro. Die Bruttospielerträge auf dem gesamten Glücksspielmarkt stiegen um 783 Millionen Euro und bedeuten einen Zuwachs von 6 %. Der regulierte Markt wuchs lediglich um 1 %, währenddessen der illegale Glücksspielmarkt die Bruttospielerträge um 626 Millionen Euro und damit um sensationelle 24 % steigerte. Der Anteil des Schwarzmarktes ist mit 22 % (3,2 Mrd. Euro) so groß wie nie zuvor.

Der illegale Markt erstreckt sich zu großen Teilen auf den Online-Bereich, verteilt auf die vier Segmente Online-Poker, Online-Zweitlotterien und vor allem Online-Casinos und Sportwetten. Den größten Marktanteil halten hier die Online-Casinos mit 55 % und einem verzeichneten Plus von beispiellosen 36 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit werden allein in diesem Segment 1,8 Milliarden Euro der Bruttospielerträge generiert.

Um 129 Mio. Euro rückläufig sind hingegen die Bruttospielerträge bei den staatlichen Lotterien und Sportwetten. Allerdings ist es auch hier so, dass die online erzielten Bruttospielerträge um 29,5 Mio. Euro (+ 9 %) gestiegen sind. Insgesamt hält der Deutsche Lotto- und Totoblock mit 3,5 Mrd. Euro 32,6 % des regulierten Glücksspielmarktes.

Die Entwicklung zeigt ganz deutlich, dass Onlineangebote im Glücksspielbereich zunehmend an Attraktivität gewinnen. Allerdings ist auch ein Untergraben des staatlichen Glücksspielmonopols in Deutschland festzustellen. Mit den exorbitanten Zuwachsraten im illegalen Glücksspielbereich wird gleichzeitig die Handlungsfähigkeit des Staates in Frage gestellt. Was sind die glücksspielrechtlichen Genehmigungen wert, wenn illegale Anbieter seit Jahren immer mehr Marktanteile erobern. Im Interesse des Jugend- und Spielerschutzes braucht es hierzulande schlagkräftige Behörden zur Durchsetzung der geltenden Rechtslage. Seit Jahren wird über die Stärkung des Vollzugs in Deutschland gesprochen, nur passiert ist bisher viel zu wenig. Die Glücksspielbranche könnte dabei gut an den steigenden Kosten für den Vollzug beteiligt werden. Genügend Geld steht den Anbietern ja offensichtlich zur Verfügung.

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