Das Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg hat in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen ein Gutachten zur wissenschaftlichen Evidenz der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2012) vorgelegt. Die Meta-Studie beauftragte die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) Hamburg. Untersucht wurden Erkenntnisse zu folgenden Spielerschutzmaßnahmen: Verfügbarkeitsreduktion, Alterskontrollen, Personalschulungen, Spielersperre, Technischer Spielerschutz, Pre-Commitment (Selbstlimitierung), Responsable Gambling Tools, Aufklärung, Schulbasierte Prävention, Personalisiertes Feedback, Telefonberatung, Erkennung und Intervention bei Problemspielern.

Wesentliche Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis

Die Wirksamkeit von Spielersperren und Verfügbarkeitsreduktion (bis hin zum Totalverbot) bezogen auf die „gewünschten positiven Auswirkungen auf das Spielverhalten“ sind belegt. Wohingegen Maßnahmen wie Responsable Gaming Tools, welche ja im Onlineglücksspielbereich Anwendung finden, bisher überhaupt nicht auf ihre Wirksamkeit hin untersucht wurden, sondern nur auf die Akzeptanz der Zielgruppe. Am Ende des Gutachtens finden sich 16 Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, die wesentlichsten hiervon sind aus unserer Sicht:

  • Einrichtung eines zentralisierten Sperrsystems
  • Verpflichtende schulbasierte Glücksspielsuchtprävention im Staatsvertrag
  • Regelmäßige personalisierte Feedbacks (z.B. „Sie haben bis jetzt …€ verloren. Wollen Sie weiter spielen?)
  • Personalschulungen
  • Alterskontrollen
  • Verfügbarkeitsbegrenzungen bei Glücksspielen mit einem erhöhten Suchtpotential
  • Altersgrenze von 18 Jahren beibehalten
  • Festhalten und Fortentwicklung von Pre-Commitment-Systemen (Selbstlimitierung)
  • Öffentliche Kampagnen und Informationsmaterialien für Hochrisikogruppen
  • Informationen an Spielgeräten mit regelmäßig wechselnden Botschaften
  • Telefonberatung

Quelle: Kalke, J., Hayer, T. (2018): Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2012): Ein systematischer Review. Endbericht an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) Hamburg

Forschung, Glücksspieländerungsstaatsvertrag, Jugendschutz, Prävention, Spielerschutz, Studie