In Thüringen sollen die hochgefährlichen Online-Casinospiele zugelassen werden. “Wir sehen in Thüringen keinen Bedarf für die Erlaubnis von Online-Casinos“, so die Landeskoordinatorin Glücksspielsucht (fdr+), Claudia Frisch, anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Glücksspielsucht. „Thüringen hat bereits 2014 den Betrieb der einzigen stationären Spielbank eingestellt und das mit positiven Effekten für die Prävention.“ Im ambulanten Thüringer Hilfesystem sind bisher nur geringe Zahlen an Casinospieler*innen (4,8 %) unter allen Glücksspieler*innen. „Wird das neue Angebot nun staatlich erlaubt – mit allen dazugehörigen Werbeaktivitäten der Anbieter – besteht die Möglichkeit, dass sich Nichtspieler*innen aufgefordert fühlen, dort zu spielen und sich so den Risiken dieser Spielform auszusetzen“, so die Suchttherapeutin weiter.

Der finanziell attraktive und ständig wachsende Markt und das aktuelle Spielverhalten der Menschen scheinen die Ministerpräsident*innen der Länder bei ihrer Entscheidung zur künftigen Freigabe dieser Online-Spielform unter Druck gesetzt zu haben. Auch wenn verschiedene Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes, wie z. B. Einsatzlimitierungen oder glücksspielübergreifende Spielersperren mit der Erlaubnis umgesetzt werden sollen, findet diese flächendeckende Legalisierung bei Suchtexpert*innen keine Unterstützung.

Die Bundesländer sind berechtigt, über Glücksspiel-Details selbst und auch voneinander abweichend zu entscheiden.  „Wir wünschen uns von der Thüringer Regierung, diese Spielform nicht zu erlauben“, so die Thüringer Fachstelle GlücksSpielsucht. Thüringen könnte also seinen eigenen Weg finden, der die Thüringerinnen und Thüringer vor den Suchtrisiken in den Online-Casinos schützt. Es gibt in Thüringen ausreichende andere legale Möglichkeiten zum Glücksspielen.

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