Es gibt inzwischen eine Vielzahl von fremdsprachigen Printmaterialien, Videoclips, Hotlines sowie übersetzte Webseitenbereiche u.ä. mit dem Thema Glücksspielsucht im Bereich von Prävention und Suchthilfe. Unsere Berliner Fachkolleg*innen haben sich die Mühe gemacht und alle bekannten Materialien aus dem Bundesgebiet zusammengefasst. Die Liste mit den dazugehörigen Links wurde der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht freundlicherweise zur Verfügung gestellt und ist auf unserer Webseite abrufbar. Wir schätzen diese Übersicht als eine hilfreiche Quelle für die Arbeit mit Glücksspieler*innen aus anderen Kulturkreisen.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gelten ein Migrationshintergrund und männliches Geschlecht als soziodemografische Risikofaktoren für problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten. So finden sich auch unter den Besuchern von Spielhallen und Sportwettvermittlungsstellen augenscheinlich viele Migranten. Zwar weist Thüringen im bundesweiten Vergleich mit ca. 4 Prozent einen eher geringen Ausländeranteil auf, dennoch gelangen auch im Freistaat Menschen mit Migrationshintergrund und glücksspielbezogenen Problemen in die Beratungsstellen. Laut aktuellem Dokumentationsbericht sind 2,5 Prozent der Betroffenen im ambulanten Hilfesystem ausländischer Herkunft. Die Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht vermutet allerdings einen wesentlich höheren Ausländeranteil unter den Glücksspieler*innen mit problematischem oder pathologischem Spielverhalten, die nicht im Hilfesystem ankommen.

 

 

Quellen:

Bericht 2018, Dokumentation »Pathologische Glücksspieler*innen in der ambulanten Thüringer Suchthilfe«

https://www.thueringen24.de/erfurt/article211089251/Zahl-der-Auslaender-in-Thueringen-waechst-Anteil-an-Bevoelkerung-gering.html

Banz, M. und Lang, P. (2017). GLÜCKSSPIELVERHALTEN UND GLÜCKSSPIELSUCHT IN DEUTSCHLAND. Ergebnisse des Surveys 2017 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. doi: 10.17623/BZGA:225-GS-SY17-1.0

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