Die Schweiz bekommt nach der Volksabstimmung vom 10. Juni 2018 vermutlich eines der strengsten Glücksspielgesetze Europas. Knapp drei Viertel der abgegebenen Stimmen votierten dafür, dass ausländische Anbieter von Online-Glücksspielen ohne Lizenz vom Schweizer Markt ausgeschlossen werden.

Noch im Februar 2018 scheiterte im Nachbarland Österreich das Finanzministerium mit einem Gesetzesentwurf der Blockaden bestimmter Domains vorsah. Illegale Anbieter von Online-Glücksspielen sollten auf diesem Weg vom Markt gedrängt werden. Nun ist es der Schweiz gelungen die Grundlagen für eine konsequente Regulierung des Glücksspielmarktes zu schaffen. Wer aus der Schweiz die URL eines ausländischen Anbieters von Online-Casinos, Sportwetten, Lotterien und Poker aufruft, wird in Zukunft nicht mehr auf die Seite zugreifen können.

Demzufolge ist das Wehklagen in der Glücksspielbranche groß, die den Nutzen des neuen Glücksspielgesetzes sowie dessen Umsetzbarkeit massiv in Frage stellt. Unbeeindruckt davon entschied sich die Schweiz dafür, die Instrumente für den Spielerschutz, die Gestaltung der Glücksspielabgaben und damit die Verwendung der Erträge wieder in den eigenen Händen zu halten.

Häufig bemühen die Stimmen aus der Glücksspielbranche den Begriff der Zensur sowie den der Netzsperren. Das freie Internet wäre demnach in seinem Bestehen gefährdet. Gern wird dann gleich noch ein wichtiger Hinweis mitgeliefert, wie das IP-Blocking zu umgehen ist. Im systematischen IP-Blocking liegt jedoch ein wichtiger Baustein für die Prävention der Glücksspielsucht. Jedem Internetnutzer und jeder Nutzerin in der Schweiz wird klar sein, dass ein Aufruf illegaler Glücksspielseiten tatsächlich gesetzeswidrig ist. Entscheidet man sich für ein Umgehen der Blockade, so geschieht das bewusst und in eigener Verantwortung. Außerdem erscheint für illegale Glücksspielanbieter das Schalten von Werbung im Internet, im Fernsehen oder wo auch immer eher sinnlos, wenn deren URL’s aus der Schweiz nicht mehr ohne weiteres erreichbar sind. Die Akquise von Neukunden dürfte sich so deutlich erschweren. Last but not least, fragwürdige Inhalte sind im Netz trotz gesetzlicher Restriktionen weiterhin zu finden. Sich in einem direkten gesellschaftlichen Diskurs darauf zu verständigen was erwünscht oder eben unerwünscht ist, erscheint zumindest in diesem Fall als ein willkommener Schritt in die richtige Richtung.

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