Am 17. April 2019 stellte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) das DHS Jahrbuch Sucht 2019 der Öffentlichkeit vor. Das Standardwerk fasst die neuesten Statistiken zum Konsum von Alkohol, Tabak, Arzneimitteln, illegalen Drogen und Glücksspiel zusammen. Das glücksspielbezogene Kapitel mit den wesentlichen Zahlen und Fakten aus diversen Markterhebungen, der BZgA-Studie und der Deutschen Suchthilfestatistik verfasst alljährlich Prof. Dr. Gerhard Meyer von der Universität Bremen. So wurden im Jahr 2017 in den ambulanten Behandlungsstellen die Anzahl der Einzeldiagnosen „Pathologisches Spielen“ mit 10.174 sowie die der Hauptdiagnosen mit 9.167 beziffert.

Automatenspieler*innen weiterhin größte Gruppe unter Betroffenen

Die Spieler*innen mit der Hauptspielform „Geldspielautomaten in Spielhallen und Gaststätten“ bilden mit 82,8 % weiterhin die größte Gruppe unter den Betroffenen. Meyer weist darauf hin, dass die Bruttospielerträge im gewerblichen Spiel um 3,6 %, auf 7,1 Mrd. Euro stiegen. Damit steigerte die Branche seit der Novellierung der Spielverordnung im Jahr 2006 durch eine Erhöhung der Spielanreize mittels Umgehung gesetzlicher Vorgaben und durch die Expansion des Angebotes ihre Erträge um 202,1 %. Eine besonders kritische Betrachtung erfährt in diesem Zusammenhang die Umsetzung der aktuellen Technischen Richtlinie 5.0 bei Geldgewinnspielgräten. Demnach umgehen die Hersteller der Automaten vorgesehene Spielerschutzmaßnahmen mittels hanebüchener Begriffsänderungen und verschleiernder Geld-Punkte-Umbuchungsprozesse.

Sperrdatenbanken verzeichnen Zuwächse

Im Bereich der Spielersperren konnten 35.353 Sperrsätze und damit ein Zuwachs von 7 % in der Datenbank für Spielbanken, Sportwetten und Lotterien mit besonders hohem Gefährdungspotential verzeichnet werden. Davon beruhen 86,3 % auf einer Selbstsperre und 13,7 % auf einer Fremdsperre. Die landesweite Sperrdatenbank für Spielhallen in Hessen verzeichnet 40 Monate nach Implementierung 14.675 Einträge, mit einem Fremdsperrenanteil von 1 %. Hochgerechnet auf das Bundesgebiet ergäben sich damit 178.000 Spielersperren allein im gewerblichen Spiel. Die hohe Nachfrage in Hessen spricht aus Sicht der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht absolut für die flächendeckende Einführung einer spielformübergreifenden, bundesweiten Sperrdatei.

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