Die Evaluation ist der zehnte Bericht zur Präsentation der in der ambulanten Suchthilfe erhobenen Daten zur Inanspruchnahme von Hilfen durch pathologische Spieler*innen und deren Angehörigen im Freistaat Thüringen mit Stichtag 31.07.2019. Die Stichprobe besteht aus den klient*innenbezogenen Daten zu Soziodemographie, Diagnosen, Behandlungsmerkmalen und -ergebnissen im stoffungebundenen Bereich pathologisches Glücksspielen, die von ambulanten Thüringer Suchtberatungsstellen gemeldet wurden. Die Datenerhebung erfolgte erneut im Erstkontakt, in der Anamnese, im Verlauf und bei Abschluss der Betreuung sowie als Katamnese.
Die Datenerhebung 2019 bestätigt fortschreibend die Ergebnisse aus den Vorjahren. Betrachtet man die Entwicklung in der ambulanten Beratung im Zeitraum eines Jahres (31.07.18-31.07.19) ist zudem Folgendes erkennbar:
 
  1. Der Anteil unter den Ratsuchenden von Menschen mit Migrationshintergrund ist ähnlich hoch wie unter der Thüringer Normalbevölkerung. Im Jahr 2018 lag in Thüringen der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei 4,9 %, unter den Ratsuchenden im ambulanten Suchthilfesystem liegt er aktuell bei 5,56 %. Das heißt, die Betroffenen kommen in den Beratungsstellen an.
  2. Bei den Neuaufnahmen nach Geschlecht differenziert ist unter den weiblichen Klientinnen ein Anstieg zu verzeichnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der weibliche Anteil der Hilfesuchenden bei 15,33 %, im Jahr 2019 bei 21,36 %.
  3. Das Alter bei Störungsbeginn entwickelt sich nach unten. Im Jahr 2015 lag er bei 29,7 Jahren, 2019 liegt es bei 24,9 Jahren.
  4. Unter den bevorzugten Spielformen ist eine leichte Verschiebung weg von den Automatenspielen hin zu Wetten und Online-Glücksspielen zu verzeichnen.
Thüringer Suchtberatungsstellen nehmen weiterhin die zentrale Stellung und unverzichtbare Hilfe innerhalb des Suchthilfesystems für pathologische Glücksspiele*innen ein. Nur die fachkompetente Arbeit der Kolleg*innen ermöglicht die gute Qualität in der Versorgung pathologischer Glücksspieler*innen im Freistaat Thüringen.
 
Der ausführliche Bericht kann bei Bedarf über die Fachstelle GlücksSpielSucht abgefordert werden.

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