Im März 2016 veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) den Ergebnisbericht ihrer Studie „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland“. Diese Erhebung wird in zweijährigen Intervallen im Auftrag des Deutschen Lotto- und Totoblocks durchgeführt und ist eine der wenigen deutschen Repräsentativbefragungen (n = 11.501) zu glücksspielbezogenen Einstellungen und Problemen in der Bevölkerung. Der Bericht stellt die Ergebnisse der Befragung aus dem Jahr 2015 dar.

Glücksspielteilnahme ist rückläufig

Insgesamt betrachtet ist laut BZgA die Teilnahme an den meisten Glücksspielen gegenüber der Erhebung von 2013 rückläufig. Absolut nahmen damit hinsichtlich der 12-Monatsprävalenz weniger Menschen an irgendeinem Glücksspiel teil (Rückgang um 2,9 Prozentpunkte auf 37,3 %) als im vorangegangenen Erhebungszeitraum. Erstmals seit Beginn der Befragungen ist das Spielen an Geldgewinnspielautomaten leicht rückläufig. Besonders hervorzuheben ist hier die Gruppe der 18 – 20 jährigen Männer, unter denen sich die Teilnahme am gewerblichen Spiel beinahe halbierte (2013: 23,5 %, 2015: 12,0 %). Dafür verzeichnet diese Gruppe einen sehr deutlichen Anstieg bei der Teilnahme an Sportwetten (2013: 5,7 %, 2015: 12,8 %). Unter den 16 – 17-jährigen Jugendlichen spielten in den vergangenen 12 Monaten 18,2, % irgendein Glücksspiel. Ein Rückgang ist hier bei der Teilnahme am gewerblichen Glücksspiel (2013: 15,8 %, 2015: 14,6 %) und ebenso bei der Spielteilnahme in Lotto-Annahmestellen zu verzeichnen. Das aber immer noch fast ein Fünftel der Jugendlichen an Glücksspielen teilnimmt, lässt auf die Notwendigkeit weiterer Bemühungen im Sinne eines zufriedenstellen-den Jugendschutzes schließen. Insbesondere Sofortlotterien (Rubbellose) sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Etwa jeder zehnte jugendliche Glücksspieler nimmt an dieser Spielform teil. Möglicherweise braucht es hier den Hinweis an Eltern und Pädagogen, dass es sich bei dieser Spielform keineswegs um einen harmlosen Jahrmarktsspaß, sondern um ein für Minderjährige verbotenes Glücksspiel handelt.

Risikofaktoren für glücksspielbezogene Probleme

Bezüglich des problematischen und pathologischen Glückspielverhaltens gab es nur geringe Veränderungen. Die Quote für problematisches Glücksspielverhalten in der Bevölkerung liegt bei 0,42 % und für pathologisches Glücksspielverhalten bei 0,37 %. Als ermittelte soziodemografische Risikofaktoren für glücksspielbezogene Probleme gelten männliches Geschlecht, Lebensalter unter 25 Jahren, niedriger Bildungsstatus und Migrationshintergrund. Abschließend bleibt noch der Hinweis darauf, dass in der Bevölkerung die Wahrnehmung des Themas „Glücksspielsucht“ und die subjektive Einschätzung des eigenen Informationsstandes leicht zurückgegangen, aber weiterhin eine hohe Zustimmung für die gesetzliche Regulierung des Glücksspielmarktes zu finden ist. Der Ergebnisbericht wird kostenlos durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung gestellt.

Link zum Download: http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/gluecksspiel/

Forschung, Glücksspiel, Glücksspielsucht, Jugendalter